Donnerstag, 14. April 2011

Am Ende der Reise

"Der anbrechende Tag hat Weisheit, der sich neigende hat Erfahrung." (Namibisches Sprichwort)
Der letzte Tag meiner Reise begann zu früher Stunde in Swakopmund. Beim Zustieg in unser Taxi stellte sich die Frage nicht mehr, welcher Nationalität unsere Mitfahrer sein würden...

Nach da. 3h auf einer geteerten Straße und vielen durchfahrenen schönen Dörfchen erreichten wir Windhoekund checkten im Chamäleon Backpackers ein - Klasse Hostel für einen sehr schmalen Euro! DIe Huptstadt Namibias macht mit ihren 450.000 Einwohnern nahezu 1/4 der namibischen Bevölkerung aus (Anmerkung: Flächenmäßig ist Namibia nahezu 1,5x so wie Deutschland) und ist gleichzeitig die größte Stadt des Landes.

Nach kurzem Power-Napping machten wir uns auf den Weg durch die Stadt bzw. auf die Suche nach einem "Roten-Bus", also die Teile, die an den Sehenswürdigkeiten entlang eiern. Als man jedoch umgerechnet 25€ dafür forderte und ich dem Busunternehmen die Bestätigung entlocken konnte -ich deutete auf eine Stadtkarte-, dass man die Tour auch ohne weiteres zu Fuß machen könnee, entschieden wir uns für letzteres.

Windhuk ist eine -nach westlichen Verhältnissen- moderne Stadt, in der alles vorhanden ist (Hochhäuser, etc.), aber eben etwas kleiner. Quasi Schuckenbaum mit Skyscrapern. Außerdem ist die Stadt sehr sauber und gilt als außerordentlich sicher.

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Auch in Windhuk ist Deutsch bzw. das Erbe der Kolonialzeit allgegenwärtig. Zahlreiche Gebäude, Straßennamen und Deutschsprachige gehören dabei jedoch zu den zu erwartenden Hinterlassenschaften. Überraschenderweise wurden wir unweit einer altern Kirche (s. Bild), in akzentfreiem Deutsch von hinten angesprochen. Von der eigenen Erwartungshaltung getrogen, waren wir nicht schlecht überrascht, als wir dieses makellose Deutsch einem Maximalpigmentierten zuordnen mussten. Jener führte aus, dass er Geld für einen, kein Scherz, "Ossi-Club" sammle. Vor genau diesen Leuten wurden wir jedoch bereits in Swakopmund gewarnt...

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Gar nicht scherzhaft ist indes der Hintergrund dieser Personen: Zwischen den 70gern und 80gern wurden ca. 450 namibische Kleinkinder in die DDR verbracht, um dort eine gymnasiale Ausbildung zu bekommen. Jene Kinder sollten einst die namibische Elite sein bzw. ausbilden. Als das DDR Regime jedoch begann zu bröckeln, wurden die restlichen Kinder bei einer Nacht- und Nebelaktion zurück nach Namibia geschickt, wo sie mit ein paar Rand ihre Existenz meistern sollten (Von den ehemaligen "Elite-Plänen" sprach man nicht mehr). Da viele der Kinder mehr als ein Jahrzehnt in der DDR gelebt hatten, waren sie ihren Familien und ihrer Kultur völlig entfremdet. So waren sie für die Schwarzen zu deutsch und für die Deutschen zu schwarz, was für viele ein Leben in sozialer Isolation bedeutete. So viel zum ernsthaften Exkurs.

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Schutztruppendenkmal

Ein besonderes Highlight stellte das familienfreundliche namibische Nationalmuseum dar. Obgleich ich jedwede Beschreibung zu den Exponaten las, schaffte ich es nicht, meinen Aufenthalt über eine Dauer von ca. 25min hinaus zu zögern. Außerdem entbehrte die Werbekampagne der namibischen Regierung zum Thema Tuberkuloseprävention nicht eines gewissen Charmes...

tb
Plakat hing direkt neben dem Eingang zum namibischen Parlament

Nach jenem Marsch durch Windhoek begaben wir uns in unsere Gemächer, in denen wir auch am Folgetag aufwachten. Hermann, unser Taxifahrer, brachte uns dann am frühen Morgen zu einer 30km entfernten Scheune mit vorangestellter Landebahn (Windhoek International). So ging die Reise, die ich seit der 9. Klasse bzw. dem Lesen von Uwe TImms "Morenga" unternehmen wollte, zu Ende. Namibia, ein Land dessen Natur so facettenreich ist wie seine Menschen und Geschichte...

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