Samstag, 2. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 2

„Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und Strömen von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen.“ (Lothar von Trotha, Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch Südwest 1904/1905)
Weiter ging es über nicht-asphaltierte Straßen durch die namibische Wildnis in Richtung Fish River Canyon. Nach dem Grand Canyon ist jener der zweitgrößte Canyon der Erde. An seinem zumeist ungesicherten und stark bröckelndem Rand positioniert, vermag das Auge die Dimension dieses Naturschauspiels nicht zu erfassen. Der Fish River Canyon ist insofern besonders, als dass er quasi aus einem Canyon in einem Canyon besteht, an dessen Grund der Fish RIver meandert. Natürlich trafen wir auch hier -wie schon an allen Tagen zuvor, an den unmöglichsten Orten-, wieder deutsche Landsleute.

Fish-River

Nach weiteren vier Stunden auf grds. unwegsamen Strecken erreichten wir unser Nachtlager. Am Eingang von einer freundlichen Kneipe begrüßt, verköstigten wir uns vor deren Besuch, an unserem selbtsgemachten Essen.

Camping01

Camping02

Endlich die türlose Pforte der Campingplatzkneipe durchschritten -ich war Erster und hatte noch auf den Rest der Gruppe zu warten-, bestellte ich, man möge mir den folgenden Kolonialslang entschuldigen, bei einem Hottentotten (Nama) ein Urbock.

Camping-3

Da mich meine Weggefährten warten ließen, versuchte ich mit jenem namibischen Ur-Volk-Kneipier einen Plausch zu starten (Jeder in Namibia spricht zwischen 2-3 Sprachen, so auch Englisch und/oder Deutsch). Als ich frug, ob er Nama oder Herero sei, bestätigte er Ersteres. Leider war jener Knabe sehr wortkarg und so referierte ich eher für mich selbst bzgl. der Deutsch-namibischen Historie und beendete diesen Quasi-Monolog mit dem Beisatz, das Schicksal seines Volkes täte mir leid. Was stimmt, aber aus der Angst vor andauerndem Schweigen in jenem Moment formuliert wurde. Als der Nama merkte, dass ich etwas plauschen wollte, bot er mir an, seinen Chef anzurufen, da dieser bestimmt unterhaltsamer sei. Dieses lehnte ich dankend ab - Bin schließlich kein Sozialfall...

Nachdem meine Gefährten gekommen waren und wir nach ein paar Bierchen das Nachtlager aufsuchten, machte ich mich am folgenden Morgen auf eine kleine Joggingtour durch die namibische Hügelwelt. Bei jenem Lauf entdeckte ich auf einer Straße eine schwarze Schlange (Teer kühlt nur sehr langsam aus und ist somit wärmespeichernd, was Schlangen mögen). Nachdem ich sie mit Wackersteinen bewarf, befand ich sie für tod und näherte mich für ein Foto. Wenn mir wer sagen kann, um was für eine Schlangenart es sich handelt...

Schlange

Die Tage mehr...WIe ich in Bethanien die preußische Flagge hisse und einer Antilope meinen Finger in den Mund stecke.

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