Freitag, 22. April 2011

Ostervorbereitungen

Out of the night that covers me,
Black as the Pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds, and shall find, me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll.
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

(Invictus, William E. Henley)

dd

Als ich vor ein paar Tagen zu unchristlicher Zeit, aber mit inniger Rührung das Sport-Nationbuilding-Historienepos „INVICTUS“ mit Matt Damon und Morgen Freeman schaute, verspürte ich eine gewisse Traurigkeit ob einiger Umstände in Südafrika…

Nachdem ich mich mit ein paar privaten Sicherheitskräften, die ein Haus gegenüber bewachen, angekumpelt habe, führe ich mit jenen gelegentlich ein Pläuschchen. Unglücklicherweise wurde es mir erst gestern gewahr, dass es sich um drei verschiedene Sicherheitsleute handelt (Ich hätte schon skeptisch werden müssen, als ich mehrfach nach meinem Namen gefragt wurde) – Ich kann die Schwatten eben nicht gut auseinander halten!

Weniger ungewollt-komisch ist indes der Umstand, dass die SA-Polizei unfassbar korrupt und unzuverlässig sein soll. So erzählten mir jene Sicherheitsleute, dass ihre Branche deshalb so boome, weil die Polizei KEIN Vertrauen innerhalb der Bevölkerung genieße. Neben Korruption, sei der südafrikanische „Freund und Helfer“ auch wegen Komplizenschaft bei Einbrüchen, sowie durch Vergewaltigungen bekannt. Daraus ergibt sich bspw. folgende Sitution: Große Bewaffnete Sicherheitsunternehmen mit Streifenwagen, Notrufen, Entsatzkräften und Lizenz zur Waffennutzung bewachen meinen Stadtteil (Vergleichbare Situationen herrschen überall im Land). Oft kommt auch die Frage auf, wie es denn mit der Polizei in Deutschland aussehe und man kann nach deren Beantwortung jedes Mal ein ungläubiges Erstaunen im Gesicht seines Gegenübers erkennen. So sind eben Grundvertrauen und Verlass in die Staatsmacht absolute Unbekannte. Nichtsdestoweniger ist mein Stadtteil relativ sicher, obgleich jenes eben weniger ein Verdienst der Polizei ist.

Deshalb und wegen persönlicher Hybris suche ich nunmehr mit einem Landsmann ein „Gym“ auf, in welchem wir für ca. 20€ „Muay-Thai“ beigebracht bekommen. Ohne große Hoffnung auf Erfolg, aber hoch motiviert, lassen wir uns nun zwei Mal wöchentlich von einem ehemaligen Mienenarbeiter in diese Kampfkunst einweisen. Das Fitnessstudio zeichnet sich indes durch eine gewisse Einfachheit und Abriss-Charme aus. Hierzu tragen sowohl antiquierte bzw. nicht-funktionsfähige Geräte als auch eine Postersammlung von A , wie "Anna Kurnikova" über M, wie "Most muscular man", bis hin zu Z, wie "Zerrung", bei.

gym01

gym02

gym03


Durch Kampfsport, private Sicherheitskräfte und die unkrautähnliche Eigenschaft nicht zu vergehen, werde ich auch Ostern auf dem schwarzen Kontinent überleben! Gestärkt durch Spaghetti Bolognese aus Straußenfleisch, werde ich mit meinen getreuen Deutschen in Bälde Straußeneier suchen gehen…

In diesem Sinne: Frohe und gesegnete Ostern!



PS: 1,0 in Fusion, Sanierung und Development (Nach einem relativ verkorsten Semester - zu viele Jobs -, muss das einfach raus)!

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