Dienstag, 15. März 2011

Erste Woche - Zwischenfazit

Wenn das Pferd 'ne Katze wär' würds' den Baum hoch laufen!
Eine Woche mit vielen Eindrücken und Erlebnissen ist nun vorbei, das Urlaubsfeeling legt sich und die erste Hürde für die Masterarbeit ist genommen.

Die hintergründige Befürchtung unter "sozialer Vereinsamung" vor die Hunde zu gehen, war unbegründet, da bereits zarte Bande zu einigen "Locals" geschlossen werden konnte. Darüber hinaus sind hier ekelhaft viele Deutsche, die man an den unmöglichsten Stellen antrifft und mit ebendiesen ins Gespräch kommt. Resultate solcher Gespräche sind zumist gegenseitige Hilfeleistungen, Weitergabe von Tipps und ein gemeinsamer Kaffee.

Mein derzeit bester Freund ist der leider durch Alter und Krebs gepeinigte Oskar van der Walt, welcher mit seinen 12 Lenzen seinen Lebensabend vor sich hinwackelt. Er mag zwar nicht mehr 2m unfallfrei hinter sich bringen, ist aber eine liebe Seele, die sich manchmal in mein Appartment verirrt (Zugegeben, ich lasse immer die Zwischentür auf und knuddel ihn bei jeder Gelegenheit, auf dass er zu mir rüber komme).

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Außerdem habe ich heuer das "Research Proposal" zu meiner Masterarbeit abgegeben, welches unerwarteter Weise nahezu 1:1 akzeptiert wurde. Lediglich eine kleine Umstrukturierung meines Gliederungsvorschlags steht noch aus. Insofern werde ich mich für das Überwinden dieser ersten Hürde heuer Abend mit Udo Jürgens und Süd-Afrikanischem Wein belohnen.

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Nichtsdestoweniger wird der Bücherberg immer größer und es liegt, nach meiner wohl verdienten 10tägigen Auszeit in Namibia, eine Menge Arbeit vor mir. Seis drum.

Gestern Nacht meine ich meinen ersten Schuß gehört zu haben, nachdem es im ganzen Viertel aufgrund anschlagender Hunde bereits sehr unruhig gewesen ist. Ob der Schuss aus der Waffe der Polizei stammte, oder von anderweitiger Klientel abgegeben wurde vermag ich nicht zu sagen. Zumindest -und das hat die Sache wesentlich harmloser gemacht-, kam der Schuss aus dem Haus auf der anderen Straßenseite. Außerdem hat Oscar gebellt und ich mein Victorinox Kinder-Taschenmesser ausgeklappt, welches ich zu meinem 10. Geburtstag bekam - Danke Papa!

Sonntag, 13. März 2011

Addo, Seaview, Verbrannt und Nachtschicht

Habe heuer echt nix zu sagen! (Meinselbst nach einem langen Tag)
Bilder sagen in der Regel mehr als 1000 Worte und da der Tag lang war, meine nordische Kriegerhaut verbrannt ist und noch eine gewisse Wachphase vor mir liegt, poste ich heuer wortkarg ebensolche.

Heuer Morgen brachen wir (4x FH OS-Studenten) in einem Mietwagen in Richtung Addo Elefanten Park auf. Traurigerweise nicht mit "Sonnenschutzfaktor Infinit" eingeseift, sollte der Tag ein Grillfest für meine Albinohaut werden.

Sei es drum! Anbei ein paar Bilder:

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Ein gerissenes Vieh!

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Nach der unverschämt teuren Selbstfahrer-Safari (ca. 3,5€) fuhren wir am Ozean entlang in Richtung des Seaview Lion Parks, um in ebendiesem Löwenbabys zu bestaunen.

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"Highfived" a lion!

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Auch meine Kumpels -mit dem erstrebenswerten Lebenskonzept- waren hier zu finden! Einfach Bauch raus, dabei in die Sonne und auch noch verdammt schneidig aussehen! Das sind die Erdmännchen (siehe unten)!

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Abschließend durfte natürlich der Scape-Goat des Tages nicht fehlen!

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Mit krabbenmäßiger Gesichtsröte ging es dann heim nach PE und an ein fälliges Assignment einer werten Kommilitonin, wovor ich mich durch das Verfassen dieses Beitrags bisweilen gedrückt habe!

Horrido!

Samstag, 12. März 2011

Politik- und Internetzusammenbruch

"In Gauteng a ligthtning killed 9 people in a chalet simultaneously. Local political groups demand an investigation on the background and motive of the deed" (Bericht auf einem Lokalsender zum manchmal absurden Streben nach politischer Geltung)

Nach dieser eher erheiternden Morgenmeldung über die semi-vernünftige Befürchtung, dass Gewitter könnte rassistische Motive für seine "Tat" gehabt haben, begann ein sehr interessanter und lehrreicher Tag.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich Süd-Afrika nach dem Ende der Apartheid (1994) um Gleichberechtigung und Anerkennung aller Volksgruppen bemüht und eine extreme Sensibilität bzgl. Rassismus an den Tag gelegt wird. Hierzu bewegt man sich leider nicht selten am Rande des Absurden. So stellt das "Black Economic Empowerment" Programm das Nichteinhalten einer bestimmten Quote von Schwarzen in allen Hierarchieebenen unter Strafe. Dieses hat zu Folge, dass teilweise semi- bis gar nicht geeignete Menschen im privaten und öffentlichen Sektor in bestimmte Positionen kommen. Dies war einer der wichtigsten Gründe für den faktischen Zusammenbruch (Es lief nichts mehr!) der Verwaltung in der Provinz Kwazulu-Natal vor einigen Wochen. Man stelle sich vor, die Landesregierung von NRW würde wegen Missmanagement und Ratlosigkeit auseinanderbrechen (Zur Beruhigung das Foto einer Aloe, siehe unten).

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Außerdem -so erfuhr ich nicht ohne Befremdung- wird neben den Ur-Völkern Südafrikas bald auch den Moslems gesetzlich das Recht auf Polygamie zugesprochen. Weiterhin ist rechtlich durchsetzbar die Mitgift für eine Frau in Form von Rindern oder Bargeld zu bekommen. Alles -ernsthaft- interessante Ansätze eine bestimmte Gleichheit zu schaffen, jeodoch frage ich mich, warum die Säkularisierung derart ausgeblendet wird.

Von diesen (putzigen) Informationen überwältigt, wollte ich zur Mittagszeit etwas Seriendownload betreiben und schaffte es so, die Internetversorgung meiner Gastfamilie zum Erliegen zu bringen. Ich hatte die Frage nach einer möglichen Trafficbegrenzung immer auf den Lippen, nur leider immer wieder vergessen...

Quasi einer wesentlichen Existenzgrundlage beraubt, machte ich mich joggenderweise zum indischen Ozean auf und genoss dessen rauschende Wellen und die brennende Abendsonne.

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Hiermit endet nun der etwas ernst geratene Eintrag. Ich gelobe Besserung!

Donnerstag, 10. März 2011

T Minus 87 Tage - ...und das erste Mal genatzt!

"No, it's at least a 40 Rand donation to help the kids!" (Ein ......... vor einem Schnapsladen, welcher meine naive Gutgläubigkeit ausnutzte und mit 20 Rand nicht zurfrieden war.
Am heutigen Tage standen Vorbesprechungen für die Masterarbeit auf der Tagesordnung. Hierbei wurde klar, dass die ganze Nummer noch arbeitsintensiver ausfallen dürfte als erwartet. Zum Glück steht nächste Woche erstmal Namibia an ...

Weiterhin standen heuer die ersten Vorlesungen auf meinem Plan, um die angelsächsische Rechtstradition etwas besser kennen zu lernen. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass sich derzeit süd-afrikanische Studenten über die unzumutbare Länge der Vorlesungen echauffieren (35min!!!). Grund: Unmenschlicher Konzentrationszwang.

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Außerdem wurde ich heuer das erste Mal verarscht. Da kam ein ......... auf mich zu und meinte er sammle für arme Kinder (Er hatte sogar einen zerknitterten mit Rechtschreibfehler voll gestopften Brief zum Vorzeigen). Vertrauenserweckenderweise stand er mit einigen seiner Bros' vor einem Schnapsladen. Ich sagte daraufhin, dass er von mir für Schnaps kein Geld bekomme, ich ihm aber gerne eine Pizza spendieren würde (Dann hätte ich nicht alleine essen müssen). Aber er sprach weiter von den armen Kindern. Wider besseren Wissens zückte ich 20 Rand (ca. 2€), worauf sich seine Kumpels erhoben und er sagte, es sollten für die Kinder schon 40 Rand sein. Trotz dessen konnte ich einen Teilsieg eringen, da ich meine Habseligkeiten in meinen Seitentaschen verstaut hatte (Die Knaben ziehen diese Nummer ab, um in die Nähe von Leuten bzw. deren Gesäßtaschen zu kommen). Er guckte sehr erzürnt, als ich Sonnenbrille und Geldbörse aus meiner Seitentasche zog. Bin dann einfach meiner Wege gegangen. Dumm gelaufen, egal.

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Wie es der Zufall so will, wird der erste süd-afrikanische Student, den ich traf, in Osnabrück die FH besuchen (Selbiges geschah übrigens letztes Jahr in Korea). Insofern ist ein Gesprächsgrund gegeben und ich habe meinen ersten Bro in SA! Einziger Wehrmutstropfen ist -ich wurde von meiner Vermieteren/Professorin darauf hingewiesen-, dass der Vater wohl das höchste Tier in der größten süd-afrikanischen Gewerkschaft sei. Gewerkschaft...

Mittwoch, 9. März 2011

T Minus 88 Tage - Ein Nachtrag

"Is being homosexual Unafrican? The evening Show on Saturday" (SABC's Abendprogrammgestaltung)
Wieder eine Menge gelernt. Nach einer kleinen Einführung in den burischen Calvinismus bin ich nun um eine Lebensansicht reicher. Nichtsdestoweniger scheint das Zuvorkommende Verhalten der Menschen (mit denen ich bisweilen zu tun hatte) keine Grenzen zu kennen. Nach dem Erhalt sämtlicher Schlüssel die ich für das Betreten der NMMU benötige, bekomme ich nunmehr auch einen Fahrservice, für welchen sich meine Vermieter und mein Betreuungsprofessor selbst einen Rund-um-die Uhr Bereitschaftsdienst auferlegen.

Den einzigen Wehrmutstropfen am heutigen Tage, stellt die Abwesenheit von Vollkorn- bzw. Schwarzbrot dar. Daher sind hier leider nur die verschiedensten Formen von labberigen Weißbrot in den Regalen zu finden. Der Grund dürfte klar sein! Jedoch ist jener Vergeltungsakt nicht hinreichend durchdacht! Der Weiße wird sich nämlich nicht beim Weißbrotverzehr in die Hand beißen!

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Jene Bücher (siehe Bild) versetzten mich am heutigen Nachmittag in nicht zu unterschätzende Verzückung, obgleich wissend, dass eine derartige Reaktion nicht in Gänze "appropriate" ist - Mann schaue auf die Buchrücken.

Reise und Ankunft

"Baaaaa.....wuuuuh. Wow! We realy made it! Wow!" Ansage des Piloten nach der Unwetter-Landung in Port Elizabeth
Die Reise begann am Rosenmontag in Düsseldorf. Gerade in den Flieger nach Dubai eingestiegen, wurde ich bereits mit dem ersten prägenden Erlebnis konfrontiert. Ein Stuttgarter Späthippie nahm neben mir Platz und berichtete mir von seinen Fahrradreisen über die Kontinente unseres Planeten. Hierbei wurde mir von wunderbaren Orten berichtet -die ich postwendend wieder vergaß- und wurde mit den Worten verabschiedet, dass ich nun Kenner der Szene sei. Ich möchte mich dafür bei Günther H. aus S. in D. für die gesprächigsten und schlaflosesten 11Stunden meines Lebens bedanken (6,5h im Flieger und 4,5h in Dubai - Ein Hippie lässt nicht locker!)

Nach jener gefühlten Ewigkeit ging es weiter in Richtung Johannesburg (ca. 6h) und nach einem zweistündigen Aufenthalt weiter nach Port Elizabeth (1,5h).

Dort angekommen nahm mich mein Vermieter in Empfang und verbrachte mich in mein kleines aber feines Appartment. Hier lebe ich nun auf ca. 30 qm und habe imperialistisch-korrekt meinen eigenen Haus .... Putz- und Wäscheservice.

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Die Vermieterfamilie und die Unterkunft haben sich bereits als absoluter Glücksfall entpuppt! So ist der eine Teil der Gastfamilie Dekan der Law Faculty und dessen Frau ebenfalls Professorin. Dieses führte nun dazu, dass ich als "Dean Assistant" am 18.03. mit zu einem Seminar nach East London werde mitfahren dürfen - Auf Rechnung der Nelson Mandela University. Dieses ist vor allem deshalb super, da sich jenes mit genau den Inhalten befassen wird, welche ich in meiner Masterarbeit abhandeln werde.

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Aufgrund des Dankbarkeitsvorschusses an meinen Vermieter und Dekan habe ich mich nicht lumpen lassen und sogleich einen lippischen Schützenbitter in formschöner und handbemalter Flasche an ebendiesen verschenkt.

Insofern ist soweit alles klar auf dem schwarzen Kontinent. In der Hoffnung, dass es so bleibt, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen in die Heimat!

Vorwort

Der geneigte Leser meiner Beiträge möge daran denken, dass nicht alle Inhalte ernsthafter Natur sind und ebendiese Textpassagen nicht weiter kenntlich gemacht werden. Der Verfasser gestaltet seine Texte so, dass ein durchschnittlich Vernunftbegabter und hinreichend von Intelligenz Beseelter das Ernsthafte vom Spaßigen zu trennen vermag.

Sollten also politische Inkorrektheiten bzgl.:
a) Tiergattungen,
b) souveräner Staaten (nicht Österreich)
c) diverser Ethnien, oder
d) Franzosen
meinerseits formuliert werden, so sind diese grds. bzw. mit Ausnahme von d) zu keiner Zeit als ernst gemeint zu betrachten.

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