Mittwoch, 6. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 5

"Die Hottentotten nennen das Denken die Geißel des Lebens." (Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller, 1742 - 1799)
Nach dem besten Omlette meines Lebens ging es dann mit dem Truck weiter nach Sossusvlei, indem es das erste Mal seit 25 Jahren geregnet hatte und daher noch spektakulärer sein sollte als sonst. Um beim Genuss dieser Sensation nicht durch Harndrang gestört zu werden, wollte ich meine Sextanerblase vor der Einfahrt in das „Todestal“ entleeren und begab mich zu einem genial-einfachen Wüstenpissoar , welches einen ungeahnten Komfort bot. Durch schicke aus dem Wüstenboden -aufnahmefreudig dem Firmament entgegen ragende- Plastikrohre und freie Sicht auf Sanddünen, wurde das Wasserlassen zu einem ungeahnten Erlebnis. Dies wurde nicht zuletzt durch eine (etwas schmale) Auflagefläche erreicht, welche zur sorglosen anderweitigen Nutzung beider Hände einlud.

Sossuvlei-01

Alsdann ging es mit einem Geländewagen über Sandpisten hinein ins Tal (Gerne bezahlten wir für einen 10min Transfer ca. 10€!). Jener Platz schien im Allgemeinen von Touristen recht gut frequentiert (Daher wohl auch die 10€), jedoch ließen wir uns an enem einsamen Seelein absetzen, um ebendiesen zu erkunden.

Sossuvlei-02

Wasser in der Wüste ist zwar auch für den Wüstenleihen etwas kurioses, jedoch nichts sensationelles (10€ !!!). Ausgerechnet die einzige Person, die wir an jenem Orte trafen, war natürlich.....ja....deutscher Herkunft. Darauf angesporchen ob der er tatsächlich Deutscher sei, antwortete jener: "Bin Bayer!"

Sossuvlei-03

Sossuvlei-04
Sorry Sep!

Nachdem wir dann wieder zum Taleingang verbracht wurden und zurück ins Camp fuhren, mussten erstmal alle Poren und Ritzen vom Sand der Namib befreit werden. Hierbei fielen mir nun diverse Blasen an meiner linken "Oberbrust" auf. Jene säumten den Weg vom oberen Schulterbereich bis zu meinem Brustwarzenvorhof (ca. 1-1,5cm Durchmesser, nix großes). Ob der Sicherheit es handle sich lediglich um Wasser- oder Eiterblasen, brachte ich jene zum Platzen. Vorbeugungshalber ließ ich eine Blase unberührt und zeigte sie unseren Tropenschamanen (Tourguides, Diagnose: Von einem Käfer angepeiselt worden). Jene meinten, ich hätte genau das getan, was man in so einer Situation nicht machen sollte. Hintergrund: Da der Europäer nicht an afrikanische Keime gewöhnt ist, muss die Epidermis in jedem Falle geschlossen bleiben, um Infektionen zu verhindern. Nun stand ich inmitten des Campingplatzes, freier Oberkörper, stark blutend und den hinterhältigen afrikanischen Keimen ausgesetzt. Da gab mir der Schamane ein Antiseptikum, welches ich auftragen sollte. Etwas übermütig seifte ich mich damit ein, nur um mir vor Schmerzen beinahe die Zunge abzubeißen (Hinweis auf der Verpackung: Nur in extrem geringer Menge auftragen, weil extrem brennend).

Nun gut, mit der Gewissheit, dass sich an jener eingeseiften Stelle nie wieder etwas entzünden wird, setzten wir unsere Reise fort. Ich bin nun quasi in Drachenblut gebadet....aus Antiseptika...

Dienstag, 5. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 4

"South African lawyer accidentally sues himself" ("Südafrikanischer Rechtsanwalt verklagt sich versehentlich selbst", Bericht einer SA-Tageszeitung am 04.04.2011)
Nach unserem Zwangaufenthalt in Hermeringhausen ging es am späten Nachmittag in Richtung Sossusvlei weiter. Jener Ort in der Namib-Wüste ist für seine hohen und zahlreichen (roten) Sanddünen bekannt. Unter diesen Dünen befindet sich Düne45, die für ihren spektakulären Blick auf den Sonnenaufgang bekannt ist.

Dune45-05
Düne 45 nach dem Sonnenaufgang

Dune45-01

Dune45-02
Wen traf man auch auf der Düne? Klar! Deutsche Reisegruppe!

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Ein doppelter Sonnenaufgang, dank Capri Sonne

Da ich zu faul war, zwecks Abstiegs den selben Weg zu gehen, wie beim Aufstieg (ca.200m), entschloss ich mich wider anderslautender Ratschläge, die Düne an ihrem Südhang hinab zu springen. Nachdem meine Füße tatsächlich heiß gelaufen/gesprungen waren, sorgte ein kühles Fußbad in unserem Abwaschwasser für Entspannung (Unsere Guides hatten am Fuße der Düne ein Frühstück vorbereitet).

Dune45-04

Morgen dann: Lokus Extravaganza und das "Todestal" inmitten der Namib.

Sonntag, 3. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 3

"Die Nächstenliebe der Hottentotten im Sinne einer steten gegenseitigen Hilfe, ihre Ehrfurcht vor dem Alter, ihre Achtung der Frauen, ihre Zuneigung zu den Kindern und ihre Enthaltsamkeit fremden Eigentum gegenüber sind die wichtigsten Gebote dieses Volkes. Es sind aber gerade diese Normen, die einer zivilisatorischen Entwicklung im Wege stehen, da ebendiese auf dem Prinzip der Konkurrenz unter Individuen beruht" (Bericht an die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften, Dr.Leonhardt Brunkhorst, 1905).
Nach meiner tierischen Entdeckung galt es das Lager abzubauen und in RIchtung Sossusvlei aufzubrechen (4h-5h Fahrtdauer). Die Kugellagerprobleme der "alten Dame"/ unseres Trucks wurden an jenem Tage prekär und so mussten wir mit schonenden 30km/h über die Pisten brettern. Als ich in Uwe Timms "Morenga" blätternd auf den Ortsnamen Helmeringhausen stieß, welcher ca. 5 Min später ebenfalls auf einem Straßenschild auftauchte, war ich von der Idee beseelt, diesen Ort zu besuchen. Aber wie (Die Route war fix und Abweichungen können in Schlimmstfall versicherungstechnische Konsequenzen haben)?

Ich forderte energisch, aber höflich und mit Einsatz meines rudimentär vorhandenen bübischen Charmes, eine Reparatur des Trucks an jenem Orte, da ich ungern später in der Namib feststecken wolle. Nachdem ich mit Freude erkannte, dass die Reparaturversuche unserer Guides fehl schlugen und ich preußisch-militärisch erneut zu einer ordentlichen Reperatur drängte (Meine erfundene Behauptung, in Helmeringhausen gäbe es eine Werkstatt, sollte sich als wahr erweisen...Ich wusste lediglich, dass jene Ortschaft ein wichtiger Versorgungspunkt der Gegend ist und in einem solchen muss es auch eine Werkstatt geben...), machten wir uns auf den Weg nach Helmeringhausen.

HH01
Helmeringhausen - Komplett

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Helmeringhausen: 10x Gebäude, davon: 1xLodge, 1xTankstelle/Werkstatt, 1xFarmermuseum, 2xKiosk und ein offizieller Fanshop!

Unfassbarerweise hatte dieses Mini-Schuckenbaum des Südens einen eigenen Giftshop, in dem -und hier begann das Wunder von Helmeringhausen- es T-Shirts mit Erdmännchen über dem Ortsnamenschriftzug zu kaufen gibt! Gesehen, nicht überprobiert und dann logischerweise gekauft!

Anschließend -unser Truck wurde gerade fachmännisch mitten auf der (einen) Straße repariert- verweilten wir in einem Cafe, welches natürlich von Deutschen geführt und von ebensolchen während unseres Aufenthalts massig besucht wurde. Interessanterweise rannte eine Oryx-Antilope unangebunden durch das Cafe bzw. zwischen den Tischen umher.

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Jene Antilope wurde vom Eigentümer des Cafes als Baby-Oryx gefunden und aufgezogen. Auf meine Anmerkung, dass die Hörner dennoch gefährlich seien, entgegnete mir dieser: "Ja, stimmt! Willste die Antilope mal Deinen Daumen lutschen lassen?" - Da lasse ich mich nicht lumpen...

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Nach dieser tierischen Erfahrung musste ich noch eine Sache in Helmeringhausen korrigieren - Spaß muss sein!

HH05

In diesem Sinne!

Samstag, 2. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 2

„Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und Strömen von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen.“ (Lothar von Trotha, Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch Südwest 1904/1905)
Weiter ging es über nicht-asphaltierte Straßen durch die namibische Wildnis in Richtung Fish River Canyon. Nach dem Grand Canyon ist jener der zweitgrößte Canyon der Erde. An seinem zumeist ungesicherten und stark bröckelndem Rand positioniert, vermag das Auge die Dimension dieses Naturschauspiels nicht zu erfassen. Der Fish River Canyon ist insofern besonders, als dass er quasi aus einem Canyon in einem Canyon besteht, an dessen Grund der Fish RIver meandert. Natürlich trafen wir auch hier -wie schon an allen Tagen zuvor, an den unmöglichsten Orten-, wieder deutsche Landsleute.

Fish-River

Nach weiteren vier Stunden auf grds. unwegsamen Strecken erreichten wir unser Nachtlager. Am Eingang von einer freundlichen Kneipe begrüßt, verköstigten wir uns vor deren Besuch, an unserem selbtsgemachten Essen.

Camping01

Camping02

Endlich die türlose Pforte der Campingplatzkneipe durchschritten -ich war Erster und hatte noch auf den Rest der Gruppe zu warten-, bestellte ich, man möge mir den folgenden Kolonialslang entschuldigen, bei einem Hottentotten (Nama) ein Urbock.

Camping-3

Da mich meine Weggefährten warten ließen, versuchte ich mit jenem namibischen Ur-Volk-Kneipier einen Plausch zu starten (Jeder in Namibia spricht zwischen 2-3 Sprachen, so auch Englisch und/oder Deutsch). Als ich frug, ob er Nama oder Herero sei, bestätigte er Ersteres. Leider war jener Knabe sehr wortkarg und so referierte ich eher für mich selbst bzgl. der Deutsch-namibischen Historie und beendete diesen Quasi-Monolog mit dem Beisatz, das Schicksal seines Volkes täte mir leid. Was stimmt, aber aus der Angst vor andauerndem Schweigen in jenem Moment formuliert wurde. Als der Nama merkte, dass ich etwas plauschen wollte, bot er mir an, seinen Chef anzurufen, da dieser bestimmt unterhaltsamer sei. Dieses lehnte ich dankend ab - Bin schließlich kein Sozialfall...

Nachdem meine Gefährten gekommen waren und wir nach ein paar Bierchen das Nachtlager aufsuchten, machte ich mich am folgenden Morgen auf eine kleine Joggingtour durch die namibische Hügelwelt. Bei jenem Lauf entdeckte ich auf einer Straße eine schwarze Schlange (Teer kühlt nur sehr langsam aus und ist somit wärmespeichernd, was Schlangen mögen). Nachdem ich sie mit Wackersteinen bewarf, befand ich sie für tod und näherte mich für ein Foto. Wenn mir wer sagen kann, um was für eine Schlangenart es sich handelt...

Schlange

Die Tage mehr...WIe ich in Bethanien die preußische Flagge hisse und einer Antilope meinen Finger in den Mund stecke.

Freitag, 1. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 1

So zog der Missionar aus, um die Heiden unter den Tisch zu saufen und sie zum Christentum zu bekehren (Über die fragwürdige Missionsarbeit in Deutsch Südwest; aus „Morenga“ von Uwe Timm)
Noch in Südafrika, unweit einer kleinen Skorpionenbrut in den Cedernbergen (Zum Glück war der Größte schon tod), entschlummerte ich unter dem einmaligen Sternenhimmel Afrikas und sah ich mich von diversen Käferstichen heimgesucht, welche zu kleinen Erhebungen an meiner Stirn führten (Sollte nicht meine letzte Erfahrung mit afrikanischen Araknoiden bleiben).Am nächsten Tag erreichten wir endlich die Grenze zu Namibia, am Orange River (Oranje).

Oranje01

Überrascht von der Sauberkeit und sonstigen Qualität des Campingplatzes kampierten wir, nach eingängigen Thekengesprächen, an den Ufern des Oranje. Der Oranje ist für seinen Diamantenreichtum bekannt und ist nicht zuletzt deshalb mit vielen Legenden behaftet, welche nicht selten mit der deutschen Kolonialgeschichte zusammenhängen. Er meandert durch eine schroffe und nahezu tote Landschaft, und beglückt sein Ufer und Hinterland mit schmalen Grünstreifen, welche für den Weinanbau genutzt werden. Jenen Fluß befuhren wir am Folgetag in einem Kanu, da der Oranje Hochwasser führte, kein gänzlich einfaches Unterfangen. Hierzu führte uns ein kleiner Namalümmel in die Kunst des Kanufahrens ein – Bei der Strömung blieb mein Muskeleinsatz jedoch eingeschränkt.

Oranje-02

0322-Orange-River-Namibia-13-JPG

Oranje03

Anschließend durchfuhren wir die Wüste in Richtung Dune45, einer der höchsten Dünen der Welt. Vorher sollte sich jedoch das wirkliche Highlight der Tour enthüllen, mitten in der Wüste, zwischen Basthütten und Wellblechvillen…

Oranje-04

Spar01

Morgen dann mehr von Fish River Canyon und wie ich mich verlegen bei einem Nama für den Genozid von 1905-1907 entschuldige. Gruß

Mittwoch, 30. März 2011

Zurück aus Deutsch-Südwest

"Would vouchers for a night in a 4star hotel, dinner, breakfast and gambling at the local casino complex be ok for you?"
(Eine Mitarbeitern von Kulula Airlines, nachdem ich meinen Anschlussflug nach PE (un-) verschuldet verpasst hatte)

Nachdem ich bei einem nicht-heterosexuellen Frisör (Pleonasmus?), welcher im August seinen Verlobten in Rheine heiraten wird - die Welt ist einfach ein Dorf-, meine Löwenmähne gestutzt hat, sitze ich nun nach 10 Tagen wieder im Internetcafe meines Vetrauens in PE.

Die 9tägige Tour durch Süd-Afrika und Namibia hat sich als wahres Schnäppchen und Erlebnis erwiesen (Route, siehe Bild).

Route

Von den 20 angekündigten Reisenden, nahmen letztendlich nur 5 teil! Somit hatten wir in der "Old Lady" (MAN-Truck,Baujahr 1971, Vornutzer: Bundeswehr) massig Platz, um uns zu entfalten.

Die Bilder der Tour werden in den nächsten Tagen mit entsprechenden Anmerkungen eingestellt werden. Es ist mir indes ein Anliegen über die diffuse (Zusammen-) Arbeit afrikanischer Airlines zu berichten. Nun denn:

Vor ca. 4 Wochen buchte ich bei KULULA für ca. 140€ drei Flüge: PE-Kapstadt, Windhuk-Johannesburg und Johannesburg-PE. Vetragspartner: Der Daniel und Kulula Airlines...Irgendwie klar.

Eine Woche vor dem Antritt des Fluges nach Kapstadt bekam ich eine Email von British Airways (BA) bzgl. ebendiesem. Soweit noch nicht verblüffend, da Kulula eine Tochter/ enger Kooperationspartner von BA ist. Egal, ab nach Kapstadt.

9 Tage später...Windhuk Airport (Scheune mit Rollbahn und WLan), nachdem ich einen Tag zuvor wieder eine Mail von BA bekommen hatte: Ich checke am Kulula Counter ein und bekomme einen Boardingpass von Air Namiba. Mich über nichts mehr wundernd, nehme ich dieses so hin (Afrika). Nach der Kontrolle im Sicherheitsschleuschen suche ich mein Gate bzw. die Maschine von Air Namibia. Fehlanzeige. Da der Daniel nicht zu oft vom Baum gefallen ist, suche ich das Gate mit meiner Flugnummer. Maschine wird von BA gestellt. Aha.

An Board der BA-Maschine werde ich alsdann im Namen von Com(n?)air begrüßt. Beim Flug involviert sind also nun: Kulula, BA, Air Namibia und Comair. Nun landet mein Flieger und ich warte lediglich etwas lange auf den Transitbus und mein Gepäck in Johannesburg. Ok...

Beim einchecken für meinen Anschlussflug wird mir gesagt, dass jener bereits abgehoben habe und warum ich erst jetzt komme. Langsam dämmerte mir, dass ich beim Planen der Flüge die Zeitverschiebung zwischen Windhuk und JBurg außer Acht gelassen haben könnte (Bedeutung: 25min stat 75min zwischen den Flügen, Kurz: Meine Dummheit).

Mich erstmal dumm stellend, lasse ich mich zur Kulula-Zentrale bringen, damit ich einen neuen Flug bekomme. Von meiner eigenen Schuld ausgehend, frage ich dennoch dreist, ob ich aufgrund mangelnder Auslastung des nächsten Fliegers ggf. unentgeltlich in ebendiesem einen Platz bekommen könnte. Nun meint eine etwas grimmige Dame von Kulula, ich müsse bezahlen und für die Rückerstattung des Geldes -sie nahm an der Flieger von Air Namibia sei zu spät gekommen und ich habe daher meinen Flug verpasst- solle ich Air Namibia in Anspruch nehmen... Darauf antwortete ich, dass ich mit Air Namibia in keiner vertraglichen Verbindung stehe, da ich mit Kulula kontrahiert habe, weshalb ich alle Ansprüche von Kulula einfordere und entsprechend eben nicht vor Klärung meines "Schicksals" den Schaltern in der Kulula-Zentrale räumen werde (Die Schlange hinter mir wurde länger und länger).

Schlechtes Englischverständnis (ihrerseits?!) mag die junge Dame von Kulula zu folgenschwerer und überraschender Frage gezwungen haben: "What was responsible for your delay? Did you get your luggage to late? Was the plane to late?" Lunte riechend und wissend, nicht in Gänze zu lügen, sondern "nur" die Verzögerungen etwas aufzublasen, bestätigte ich eine Gepäckverzögerung und den zeitintensiven Transit vom Flieger zum Terminal (Es fuhren Busse), welche letzten Endes zum Verpassen meines Fluges führten - Die Pünktlichkeit des Flugzeuges wäre von Kulula sofort verifizierbar gewesen... (Kurz: Habe aus einer 10min- eine 30min-Verzögerung gemacht).

Nach 20min und mehreren Telefonaten bot man mir eine Hotelübernachtung (inkl. Frühstück) und ein Abendessen im benachtbarten Kasino-/ Vergnügungskomplex, sowie einen Spielgutschein an. Durch Überraschung übermütig geworden drohte ich mit der Forderung nach einem kostenlosen Transit (hin-/ und zurück) den Bogen zu überspannen, erhielt jedoch ein sofortiges: "Yes, we can also arrange that".

Kurz: Mit einem etwas schlechten Gewissen nahm ich alles an (der kostenlose Ersatzflug war natürlich inbegriffen), hatte einen (zu) luxuriösen Abend in einem feinen Hotel, ein angolisches Edelessen und einen Flug nach PE um 6 Uhr in der Früh - Jetzt wird geschlafen!

Quiek!

Freitag, 18. März 2011

...

"The reason is, that's how we do things!" (EIn Hotelmanager in East London auf die Frage, warum er uns einen Plenarsaal für 600 Leute zuweist -und berechnet-, anstatt des vertraglich vereinbarten Raum für 150 Leute)
Frisch aus East London zurück in PE. East London kann als das Wanne-Eickel Südafrikas zu beschrieben werden. Daher war es besser am späten Abend eingetroffen und gleich Mittags nach der Konferenz wieder abgedampft zu sein.

Die Konferenz zum südafrikanischen Verbraucherschutz war recht interessant, hätte es sich nicht um eine faktische Wiederholung des deutschen Verbraucherschutzrechts gehandelt (Nahezu "Kopiert-und-eingefügt"). Witzigerweise geht das SA-Recht noch einen Schritt weiter und verlangt die Art und Weise seiner Verträge an die intelektuellen Kapazitäten des Kunden anzupassen. Wie das geht? Steht im "Act" (gesetzescharakter)! Wie wirklich?! Dazu konnte nicht einmal einer der Verfasser des Acts etwas sagen! Wieso auch? Um das zu erklären, sei er schließlich nicht gekommen! - Ist so gesagt worden (Es sei erwähnt, dass das Plenum komplett aus Unternehmern bestand).

Sei es drum. Nach der kurzen Nacht in meiner Suite - Habe Ingloriuos Bastards im Originalton geschaut (Viel Deutsch), musste ich bei tropischen Temperaturen meinen edelsten Zwirn vollschwitzen, um vorzeigbar zu sein - Auch so ein eher haariges Unterfangen. Seis drum. 4h Konferenz abgesessen und gut.

moi

Nun im InetCafe meines Vertrauens sitzend, möchte ich vor einer längeren Blogpause, ein Bild meinerselbst posten, auf dass man sich so an mich erinnere! Nur falls ich in werter Schutzrupplertradition ein paar Hektar in deutsch Südwest erstehe, oder wegen Orientierungsverlust kläglich verdurste!

In diesem Sinne! Bis in 10 Tagen!

Donnerstag, 17. März 2011

Schwachsinn und erneuter Internetzusammenbruch

Sehr geehrter Herr Schäfer, bitte lassen Sie uns den Nachweis der akademischen Qualifikation von Professor XXXXX zukommen. Jener Nachweis ist nötig, ansonsten kann ja von unserer Seite nicht geprüft werden, ob er als externer Zweitprüfer zugelassen werden kann. (Eine Verwaltungsdame der HS Osnabrück auf meine Nachfrage, ob ein Professor tatsächlich eine hinreichende akademische Qualifikation nachweisen müsse).
Seit zwei Tagen ist es schweineheiß in Port Elizabeth und man schmilzt nur so vor sich hin. Jene Hitze führt zu kuriosen Bildern: So sieht man nicht selten, dass eine grds. immer schwitzende Bevölkerungsgruppe (in Sandalen, Top und kurzer Hose) neben einer anderen immer cool-fidelen Bevölkerungsgruppe (in Jacke, langer Hose und nicht selten Wollmütze) steht.

Ich habe es indes wieder geschafft, dass Internet meiner Gastfamilie lahm zu legen- trotz deren Trafficaufstockung. Somit werde ich ggf. nicht mehr alle 1-2 Tage bloggen können. Nunmehr werde ich zum Surfen in eine nahe gelegenes Cafe gehen, welches quasi-umsonst einen Internetzugang bereit stellt.

Es sei an dieser stelle erwähnt, dass Internet bzw. Datenvolumina ein sehr teures Gut darstellen! Bei einem Festvertrag zahlt man ca. 6€ pro Gigabyte (Internetflatrates sind hier nahezu unbekannt). Bezieht man Internet in einer PrePaid-Form, so kosten 2 Gigabyte geschmeidige 45€! Ergo ist Trafficvolumen nahezu ein Statussymbol. Kauft man sich zum Volumen nun den nötigen PrePaid-Internet-USB-Stick, so ist man zusätzliche 40€ los. Dies hat zur Folge -neben Skypen und sinnlosem Surfen, bin ich auch auf Internetrecherche angewiesen-, dass ich gestern 85€ für 2 Gigabyte Traffic ausgegeben habe (Spenden an mich bzw. süd-afrikanische Internetanbieter sind ausdrücklich willkommen ;-). Nicht nur wegen mir, sondern auch aufgrund nachgewiesener entwicklungsfördernder Eigenschaften von günstiger Informationsgewinnung und -Weitergabe, bleibt zu hoffen, dass das Internet hierzulande nicht mehr lange ein Luxusgut bleibt.

Apropos Masterarbeit: Meine (fast) finale Gliederung wurde von der NNMU angenommen, die deutsche Gegenseite ist ebenfalls einverstanden und es kann nun bzw. bald an das Seitenschwärzen gehen.

Es kann deshalb erst bald losgehen, da ich am heutigen Nachmittag zu einem zweitägigen Verbraucherschutzseminar nach East London aufbreche, bevor ich am Samstag Morgen in das ehemalige Deutsch-Südwest aufbreche. Schutztruppe vor!

In diesem Sinne.

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