Sonntag, 1. Mai 2011

Lesotho....nee, dann halt Tsisikamma...

"We don't hate black people. Not at all! They hate us. We just think they are like children and children need a certain treatment to grow up properly" (Ein weißer Südafrikaner, stellvertretend für Viele, über Rassismus in Süd-Afrika. Deutsch: Wir hassen die Schwarzen nicht. Die hassen uns! Wir denken nur, dass sie wie Kinder sind und KInder benötigen eine bestimmte Erziehung/Behandlung, um ordentlich aufzuwachsen
Aufgrund Informationsüberfrachtung und dem Drang die Stadtgrenzen PE's zu verlassen, planten ein Getreuer und ich einen Drei-Tages-Trip nach Lesotho. Als wir am Flughafen unser KFZ abholen und mein Mitfahrer mit seiner Kreditkarte bezahlen wollte, meine war/ist unbrauchbar, stellte der unternehmensloyale "First Car Rental"-Bedienstete (Vertragspartner von SIXT) fest, dass jener noch keine 21 Jahre alt sei, er deshalb kein Auto bewegen könne und konsquenterweise auch kein Mietauto bezahlen dürfe. Auf meinen Einwand, dass ich der einzige eingetragene Fahrer sei (Online-Reservierung), wurde jene Aussage wiederholt, mit dem Zusatz ich könne auch Cash bezahlen, dann wäre eine höchstindividuelle Ausnahme möglich...

Nach einer Stunde Debatte über den Unsinn dieser Unternehmenspolitik, inkl. 30min Telefonat mit SIXT-Deutschland (Der Daniel hat schließlich eine Sixt-Premium-Karte, Muhahahaha), stand fest, dass wir kein Auto erhalten würden. Da ich wegen meiner "Club-Card" nur bei SIXT einen Mitgliedsrabatt bekomme und die Konkurrenz entsprechend teuer war, stand die Überschreitung der Stadtgrenze kurz zur Disposition. Zwei Atemzüge später entschlossen wir uns, dass kleinste/günstigste Konkurrenzauto für zwei Tage zu mieten, um den Tsitsikamma-Nationalpark zu besuchen.

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Somit erwartete uns für ca. 220km die "Garden Route", welche zwischen Gebirgskämmen und Küstenlinie entlang meandert. Auf dem Weg zum "Storms River Village" in dem wir unsere Herberge finden sollten, pausierten wir im zum Surferparadies hochstilisierten "Jeffrey's Bay". Dort begegnete mir ein Einheimischer auf einen beherzten Wortwitz meinerseits nur mit begrenztem Verständnis- Ich hatte nach den besten Hotspots für Internet gefragt, da man Jeffrey's Bay als Surferparadies kenne und ich dennoch keine gute Downloadrate hätte...

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Nix' mit großen Wellen und kein Internet...Surferparadies?!

Nachdem ich mir in Jeffrey's Bay enttäuschungsbedingt fast keinen Kühlschrankmagneten gekauft hätte, ging es weiter zur angepeilten Destination - Das uns dort das "Elvis South Africa 2011 Festival", eine semi-kriminelle Radtour, Anstrengung und eine Vielzahl von Deutschen erwarten sollte, konnten wir noch nicht ahnen. Wobei, unsere Landsmänner gehören ja fast schon zum Inventar Süd-Afrikas.... In diesem Sinne...

Donnerstag, 28. April 2011

Endlich was - mit Grund!

"Prevent crime, shoot first!" (T-Shirtdruck, Osterkirmes,Port Elizabeth)
Die letzte Woche war unfreiwillig aber notwendigerweise geprägt von meiner Masterarbeit, welche wohl den regulären Rahmen einer solchen sprengen wird. Dieses ist nicht auf meine sonstige Geschwätzigkeit zurück zu führen, sondern auf purer Notwendigkeit zwecks anständiger Behandlung des Themas. Außerdem soll meine Arbeit - glaube es selbst nicht eher, bis ich es sehe - in Südafrika veröffentlicht werden, was meine Akribie nicht unwesentlich steigert.

Nun denn, da zu Ostern durchgearbeitet wurde und mein Kopf an seinen Kapazitätshgrenzen angekommen ist, werde ich das Wochenende nicht in PE verweilen. Mietrabatt durch "Memberkarte" (Muahaha) bei Sixt und mehrere Mitfahrer machen es möglich, sehr kostengünstig ein Auto zu bekommen. Daher fahre ich über das Wochenende in die Drakensberge und nach Lesotho.

Der kilometertrechtigen Low-Cost Reise sind geringe Sprit- und Unterkunftsosten ebenso zuträglich, wie genügsame Reisende. Das "Königreich des Himmels" oder "Platz 142" auf der Rangliste der entwickelsten Länder des Planeten, besteht mit Masse aus Gebirge und besitzt wenig Grund der niedriger als 1900m ist.

Sobald ich am Montag von dort heimgekehrt bin, gibt es auch wieder Bilder. In diesem Sinne!

Freitag, 22. April 2011

Ostervorbereitungen

Out of the night that covers me,
Black as the Pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds, and shall find, me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll.
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

(Invictus, William E. Henley)

dd

Als ich vor ein paar Tagen zu unchristlicher Zeit, aber mit inniger Rührung das Sport-Nationbuilding-Historienepos „INVICTUS“ mit Matt Damon und Morgen Freeman schaute, verspürte ich eine gewisse Traurigkeit ob einiger Umstände in Südafrika…

Nachdem ich mich mit ein paar privaten Sicherheitskräften, die ein Haus gegenüber bewachen, angekumpelt habe, führe ich mit jenen gelegentlich ein Pläuschchen. Unglücklicherweise wurde es mir erst gestern gewahr, dass es sich um drei verschiedene Sicherheitsleute handelt (Ich hätte schon skeptisch werden müssen, als ich mehrfach nach meinem Namen gefragt wurde) – Ich kann die Schwatten eben nicht gut auseinander halten!

Weniger ungewollt-komisch ist indes der Umstand, dass die SA-Polizei unfassbar korrupt und unzuverlässig sein soll. So erzählten mir jene Sicherheitsleute, dass ihre Branche deshalb so boome, weil die Polizei KEIN Vertrauen innerhalb der Bevölkerung genieße. Neben Korruption, sei der südafrikanische „Freund und Helfer“ auch wegen Komplizenschaft bei Einbrüchen, sowie durch Vergewaltigungen bekannt. Daraus ergibt sich bspw. folgende Sitution: Große Bewaffnete Sicherheitsunternehmen mit Streifenwagen, Notrufen, Entsatzkräften und Lizenz zur Waffennutzung bewachen meinen Stadtteil (Vergleichbare Situationen herrschen überall im Land). Oft kommt auch die Frage auf, wie es denn mit der Polizei in Deutschland aussehe und man kann nach deren Beantwortung jedes Mal ein ungläubiges Erstaunen im Gesicht seines Gegenübers erkennen. So sind eben Grundvertrauen und Verlass in die Staatsmacht absolute Unbekannte. Nichtsdestoweniger ist mein Stadtteil relativ sicher, obgleich jenes eben weniger ein Verdienst der Polizei ist.

Deshalb und wegen persönlicher Hybris suche ich nunmehr mit einem Landsmann ein „Gym“ auf, in welchem wir für ca. 20€ „Muay-Thai“ beigebracht bekommen. Ohne große Hoffnung auf Erfolg, aber hoch motiviert, lassen wir uns nun zwei Mal wöchentlich von einem ehemaligen Mienenarbeiter in diese Kampfkunst einweisen. Das Fitnessstudio zeichnet sich indes durch eine gewisse Einfachheit und Abriss-Charme aus. Hierzu tragen sowohl antiquierte bzw. nicht-funktionsfähige Geräte als auch eine Postersammlung von A , wie "Anna Kurnikova" über M, wie "Most muscular man", bis hin zu Z, wie "Zerrung", bei.

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Durch Kampfsport, private Sicherheitskräfte und die unkrautähnliche Eigenschaft nicht zu vergehen, werde ich auch Ostern auf dem schwarzen Kontinent überleben! Gestärkt durch Spaghetti Bolognese aus Straußenfleisch, werde ich mit meinen getreuen Deutschen in Bälde Straußeneier suchen gehen…

In diesem Sinne: Frohe und gesegnete Ostern!



PS: 1,0 in Fusion, Sanierung und Development (Nach einem relativ verkorsten Semester - zu viele Jobs -, muss das einfach raus)!

Dienstag, 19. April 2011

Zeitraffer

"I'd rather kill myself than commit suicide!" (Julius Malema, Präsident der ANC YouthLeague auf die Frage, was er über Selbstmord denkt)
Durch die Expeditionsberichte zu Namibia ist einige Zeit ins Land gegangen und da ich bereits seit drei Wochen wieder "zurück" in Port Elizabeth bin, wird im Folgenden ein Zeitraffer zwischen jener Heimkehr und dem heutigen Tage veranstaltet.

So war PE vor 2 Wochen der Austragungsort eines Ironmens, welcher die hiesige Bevölkerung in schiere Verzückung versetzte. Grillend, planschbeckenplanschend und lammkeulend verbrachten viele Locals auf ca. 5km einen ganzen Tag am "Marine Drive", welcher direkt am Ozean entlang verläuft. Mehrere tausend Teilnehmer traten am frühen morgen freudestrahlend eine 3,86 km Schwimm-, 180,2 km Radfahr- und 42,195 km Laufdistanz an. Gegen Abend -so viel sei erwähnt-, war die Freude etwas zurückgegangen, dafaür strahlte jedoch die Haut der Teilnehmer in rot.

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Nachdem dieses Event vorbei war, machte ich mich mit ein paar getreuen daran, die süd-afrikanische Jazz-Welt zu erforschen und machte mich dafür in ein "dodgy district" PE's auf. Kleiner, dafür aber schäbiger Schuppen! Klasse!

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Nach lieblichen Buschklängen ging es nach einer arbeitsintensiven Woche - ja, ich bin hier um meine Masterarbeit zu schreiben - am Wochende in ein Gehöft, welches inmitten PE's eine Deutsche, eine Kanadierin und ein paar "Telefonzentralen-Inder" (eigentlich angehende Piloten) beherbergt. Sinn meines Aufenthalts war ein Braai (südafrikanisches Equivalent zum teutonischen Grillspaß. Allerdings lässt man Holz zu Kohle werden, bevor das Grillen losgeht. Resultat: Zwischen Feuermachen und "Fleisch-auf-dem-Grill" vergehen gerne mal 2-3h!), zu dem weitere Deutsche geladen waren (Wir Exildeutsche kommen immer in Scharen!). War klasse, allerding denken die Inder nun, ich sei ein Freund Pakistans, obwohl ich nur gewitzelt habe (Kaschmir gehört zu Pakistan und so....) Die Knaben waren aber dennoch super!

Call-Center-Inder

Nur einen Tag später feierte ein mir sehr lieb gewordener Teutonenstämmiger seinen Geburtstag in einem kleinen Tal inmitten PE's. Sehr nettes Ambiente, in der man - als Sicherheitsplazebo- jeden Heckenpenner (Penner in Hecken) zum undercover Sicherheitsmann stilisierte. Auch klasse!

Jos

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Links: Geb-Kind; Mitte: Moi, Rechts: Ein Ami, dem "das" leid tut

Eine kleine Fotosession mit einer ganz besonders graziösen Dame am letzten Freitag, war die letzte nennenswerte Etappe des Zeitraffers.

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Daisy (Zweeet!)

Nunmehr im "Jetzt" angekommen, liegt der Fokus auf der Erstellung meiner Masterarbeit, welche bereits einige Widrigkeiten gemeistert hat und weitere meistern muss. Aber südafrikanisch betrachtet: I will sort it out...

Donnerstag, 14. April 2011

Am Ende der Reise

"Der anbrechende Tag hat Weisheit, der sich neigende hat Erfahrung." (Namibisches Sprichwort)
Der letzte Tag meiner Reise begann zu früher Stunde in Swakopmund. Beim Zustieg in unser Taxi stellte sich die Frage nicht mehr, welcher Nationalität unsere Mitfahrer sein würden...

Nach da. 3h auf einer geteerten Straße und vielen durchfahrenen schönen Dörfchen erreichten wir Windhoekund checkten im Chamäleon Backpackers ein - Klasse Hostel für einen sehr schmalen Euro! DIe Huptstadt Namibias macht mit ihren 450.000 Einwohnern nahezu 1/4 der namibischen Bevölkerung aus (Anmerkung: Flächenmäßig ist Namibia nahezu 1,5x so wie Deutschland) und ist gleichzeitig die größte Stadt des Landes.

Nach kurzem Power-Napping machten wir uns auf den Weg durch die Stadt bzw. auf die Suche nach einem "Roten-Bus", also die Teile, die an den Sehenswürdigkeiten entlang eiern. Als man jedoch umgerechnet 25€ dafür forderte und ich dem Busunternehmen die Bestätigung entlocken konnte -ich deutete auf eine Stadtkarte-, dass man die Tour auch ohne weiteres zu Fuß machen könnee, entschieden wir uns für letzteres.

Windhuk ist eine -nach westlichen Verhältnissen- moderne Stadt, in der alles vorhanden ist (Hochhäuser, etc.), aber eben etwas kleiner. Quasi Schuckenbaum mit Skyscrapern. Außerdem ist die Stadt sehr sauber und gilt als außerordentlich sicher.

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Auch in Windhuk ist Deutsch bzw. das Erbe der Kolonialzeit allgegenwärtig. Zahlreiche Gebäude, Straßennamen und Deutschsprachige gehören dabei jedoch zu den zu erwartenden Hinterlassenschaften. Überraschenderweise wurden wir unweit einer altern Kirche (s. Bild), in akzentfreiem Deutsch von hinten angesprochen. Von der eigenen Erwartungshaltung getrogen, waren wir nicht schlecht überrascht, als wir dieses makellose Deutsch einem Maximalpigmentierten zuordnen mussten. Jener führte aus, dass er Geld für einen, kein Scherz, "Ossi-Club" sammle. Vor genau diesen Leuten wurden wir jedoch bereits in Swakopmund gewarnt...

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Gar nicht scherzhaft ist indes der Hintergrund dieser Personen: Zwischen den 70gern und 80gern wurden ca. 450 namibische Kleinkinder in die DDR verbracht, um dort eine gymnasiale Ausbildung zu bekommen. Jene Kinder sollten einst die namibische Elite sein bzw. ausbilden. Als das DDR Regime jedoch begann zu bröckeln, wurden die restlichen Kinder bei einer Nacht- und Nebelaktion zurück nach Namibia geschickt, wo sie mit ein paar Rand ihre Existenz meistern sollten (Von den ehemaligen "Elite-Plänen" sprach man nicht mehr). Da viele der Kinder mehr als ein Jahrzehnt in der DDR gelebt hatten, waren sie ihren Familien und ihrer Kultur völlig entfremdet. So waren sie für die Schwarzen zu deutsch und für die Deutschen zu schwarz, was für viele ein Leben in sozialer Isolation bedeutete. So viel zum ernsthaften Exkurs.

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Schutztruppendenkmal

Ein besonderes Highlight stellte das familienfreundliche namibische Nationalmuseum dar. Obgleich ich jedwede Beschreibung zu den Exponaten las, schaffte ich es nicht, meinen Aufenthalt über eine Dauer von ca. 25min hinaus zu zögern. Außerdem entbehrte die Werbekampagne der namibischen Regierung zum Thema Tuberkuloseprävention nicht eines gewissen Charmes...

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Plakat hing direkt neben dem Eingang zum namibischen Parlament

Nach jenem Marsch durch Windhoek begaben wir uns in unsere Gemächer, in denen wir auch am Folgetag aufwachten. Hermann, unser Taxifahrer, brachte uns dann am frühen Morgen zu einer 30km entfernten Scheune mit vorangestellter Landebahn (Windhoek International). So ging die Reise, die ich seit der 9. Klasse bzw. dem Lesen von Uwe TImms "Morenga" unternehmen wollte, zu Ende. Namibia, ein Land dessen Natur so facettenreich ist wie seine Menschen und Geschichte...

Mittwoch, 13. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 8

"Er blieb unbelehrbar, bis er blutete." (Sprichwort der Nama)
Nachdem wir die Nacht in der "Disco zum Grünen Kranz" durchgezecht hatten, ich der Unannehmlichkeit mit einem Franzosen eine Konversation zu führen nicht entrinnen konnte (Verzeiht!) und ich eine ausgibiege Nachtruhe genoss, erwartete die Gruppe am Folgetag ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

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Zu diesem Zeitpunkt schwankte meine Fahrfähigkeit zwischen "Deutsch" (bis 0,5 p/m ?) und "Südafrikanisch" (immer)

Wir fuhren mit einem Shuttleservice -15 Insaßen, davon 13 Deutsch- nach Walvisbay, um dort eine "Robben und Delphin Cruise" zu erleben. Am Hafen von Walvisbay angekommen begrüßten wir weitere Teilnehmer dieser Unternehmung bzw. 8 weitere Deutsche. Neben der Viecher-Beschauung stand auch ein Sektfrühstück auf der Cruiseordnung - Passte irgendwie nicht, aber war ganz nett. So fuhren wir ca. 2,5h an der Küste Namibias entlang, besuchten Robbenkolonien und verfolgten Delphine für heißbegehrte Schnappschüsse.

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Ein besonderes Highlight waren handzahme Robben, welche durch Fischduft angelockt einfach an Board -aufgepasst: Wortwitz - robbten und sich streicheln ließen. Unverzüglich einen Bruder im Geiste erkennend gesellte ich mich zu meinem Robben-Bro' und liebkoste ihn männlich.

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Nach jener Tour startete der Teutonen-Transport in Richtung Swakopmund, wo wir nach unserer Abladung noch einmal durch die Straßen wandelten. Hierbei entdeckten wir einen CD-Laden - Ich halte immer noch Ausschau nach Roxette CD's, für deren Konzert im Mai -, welcher uns ob seines Angebots nicht schlecht staunen ließ. Das Warentransporte nach Afrika auf dem Seeweg etwas länger dauern ist schon klar, aber so lange...

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Hierdurch wurden wir auf ein mannichfaltiges Warenangebot aus der Heimat aufmerksam gemacht. Angefangen bei Mestemacher Vollkornbort und Punpernickel, über Werther's Echte bis hin zum Glühwein (auch als Granulatzusatz für Wein erhältlich), war alles in den Einkaufsregalen zu finden - und noch mehr...

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Außerdem erfuhren wir in Swakopmund von der allumfassenden Heilkraft afrikanischer Kartoffelprodukte! Leider war jener Laden bereits geschlossen, obwohl er allen versprach sich zu kümmern...

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Bevor ein Abschiedsdinner celebriert wurde - die Reise endete nun für einen Teil der Gruppe, welche dann am Folgetag nach Windhoek verbracht werden sollte (darunter auch ich) - gönnte ich mir eine ausgiebige Joggingtour - ausgiebig, weil verlaufen - entlang der Strände und durch die verschiedenen Viertel Swakopmunds.

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Der alte Mann und das Meer

Somit verabschiedete ich mich am Abend von unseren klasse Guides, die mittlerweile wesentlich mehr waren, als nur unsere Fahrer. Zu jenen sei gesagt, dass sie die Strecke "Kapstadt - Victoria Falls" (bzw. umgekehrt) bereits das 5 Mal fuhren -eine Strecke benötigt ca. 14 Tage-, bei einem Monatsgehalt von 300€...

Montag, 11. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 7

"DS: I'd like to buy, the Deutschen Schutzgebiet, the Deutsche Schutztruppe and the Suricat sticker, please....ahm...two of each" Darauf die stark pigmentierte Verkäufern: "Ja klar! Kein Thema, was darfs' denn noch sein?"
Nun war es soweit, nach einem 5 tägigen Funkloch und wohltuender Zivilisations-Abstinenz, näherten wir uns Swakopmund über Walvis Bay aus südlicher Richtung. Bereits bei der Einfahrt erkannte man das Deutsche Erbe der Stadt. Alte Kolonialstilbauten standen neben protzigen Bauten des Klassizismus. Augen zu, vergessen in Namibia zu sein, Palmen wegdenken und schon sah alles so aus wie in St. Peterording.

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Die Fahne lag dort schon!

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Nachdem wir im Hotel "Grüner Kranz" ein Luxus-WG-Zimmer bezogen hatte und wir uns durch Hotekneipe sowie -Disco beeindruckt fühlten, begann die Erforschung des teutonischen Außenpostens. Neben der Kaiser-Wilhelm-Straße, welche jeden Kaisertreuen zu Tränen gerührt hätte, waren auch sämtliche Schulen auf deutsche Namen getauft. Außerdem wirkte das "Bismarck Medical Center" anachronistsich, aber ebenso urig.

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Vom Elan des Historikers gepackt, watschelte ich durch die Stadt, um Hinterlassenschaften der Kolonialzeit zu entdecken: Ich fand ein uriges Museumscafe mit angeschlossenem Biergarten - Ein Ort zum Verharren! Nach einem Bierchen und einem strapaziösen Schwenker über einen Flohmarkt (Ich handel 60% runter und weis dennoch, der andere hat dennoch einen super Gewinn), fand ich außerdem das Schutztruppendenkmal zu Swakopment, welches mahnend zwischen "Altem Gericht" und "Hansa-Hotel" postiert ist.

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Morgen dann:Deutsche Hörspiele in Deutsch-Südwest und neues vom Wöhrmann, dem Monopol-Asi (Ist höchstwahrscheinlich nicht von mir!).

Freitag, 8. April 2011

Expeditionstagebuch - Kapitel 6

“Ich war mir sicher:
Hinter der nächsten Düne kotzten Springbock, Oryx und Gnu ihre Verzweiflung in den Roten Sand der Kalahari.” (Matze, Protagonist in Tommy Jauds "Hummeldumm", einer namibischen Urlaubskomödie)

Nach einer erquickenden Flasche des afrikanischen Almdudler-Equivalents, ging es nach meiner Drachen-Antiseptika-Taufe weiter durch die namibische Wildnis in Richtung Swakopmund.

Almdudler

Auf unserer Tagesetappe erwarteten uns noch einige Schmankerl zum Verharren. Eines jener Schmankerl war die Überquerung des südlichen Wendekreises, welcher folgerichtig durch Namibia verläuft. Weiterer Höhepunkt war die Durchquerung der Welwitschia-Fläche, der sogenannten Mondlandschaft, welche erstmalig seit Jahrzehnten in einem satten Grün zu bewundern war. Nach dieser beiden Zwischenstationen verschlug es uns bereits wenige Kilometer später in eine savannenähnliche Umgebung.

Wendekreis

Walwitscha

Savanne

Namibia ist auch insofern ein faszinierendes und abwechslungsreiches Land, als dass die Übergänge verschiedener Landschaftsbilder weniger fließend, als vielmehr spontan sind. So waren die genannten bzw. auf den Bildern zu sehenden Landschaften auf einer Strecke von ca. 90km zu genießen. Auch die Namib verschwand zuvor quasi in einem Augenblick. Diese radikalen Wechsel sind auf die hohen Gebirge, verschiedene Winde und den Einlfuss des Küstenklimas zurück zu führen. So musste tatsächlich nur ein Bergkamm überwunden werden, um aus der Namib-Wüste in eine blühende Landschaft zu gelangen (Anmerkung des Verfassers: Damit ist nicht der Osten Deutschlands gemeint).

Eine Hommage an den deutschen Kolonialismus meine ich in einer ganz bestimmten Sache erkannt zu haben, welche mir in der Wüste Namib, einer der größten und ältesten Sandwüsten der Welt, zum ersten Mal gewahr wurde...

Sand

... - Die Hommage an den teilweise sinnfreien deutschen Schilderwald!

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